Warnsignale
Wenn Sie mehr Geld einsetzen, als Sie sich leisten können, wenn Sie einem Verlust hinterherjagen, wenn Sie länger spielen, als geplant, oder wenn Sie Ihr Spielen vor der Familie verbergen — das sind ernste Warnsignale. Ein weiteres Signal ist, wenn Ihre Stimmung stark davon abhängt, ob Sie gerade spielen oder eine Wette laufen haben. Diese Anzeichen bedeuten nicht automatisch eine Spielsucht, sind aber Anlass, eine Pause zu machen und sich Hilfe zu holen. Ein Test bei einer der unten genannten Beratungsstellen ist kostenlos und anonym.
Wo sie hilfe finden
In der Schweiz erreichen Sie das Sorgentelefon der Sucht Schweiz unter 143 (Die dargebotene Hand) rund um die Uhr, kostenlos und anonym. Für strukturierte Beratung wenden Sie sich an ‚Spielen ohne Sucht‘ oder an eine der regionalen Suchtberatungsstellen — Adressen und Öffnungszeiten finden Sie unter spielen-ohne-sucht.ch. In Deutschland ist die BZgA-Hotline unter 0800 1 372 700 kostenfrei, in Österreich die Spielsuchthilfe unter 0810 900 040. Diese Angebote sind unabhängig von den Betreibern, kostenlos und schweigepflichtig. Bitte zögern Sie nicht, dort anzurufen — schon ein einziges Gespräch macht oft einen grossen Unterschied.
Selbstsperre
Jeder in der Schweiz konzessionierte Betreiber führt eine Sperrdatei, in die Sie sich selbst eintragen können. Die Sperrung gilt in der Regel für alle Konzessionäre gleichzeitig, dauert mindestens drei Monate und wird nach einer Wartefrist nur auf schriftlichen Antrag wieder aufgehoben. Um sich sperren zu lassen, wenden Sie sich an den Kundendienst Ihres Betreibers oder direkt an die Interkantonale Geldspielaufsicht (Gespa). Nach der Eintragung werden Sie nicht mehr angeschrieben, keine Bonusangebote werden Ihnen zugesandt und ein Kontozugang ist nicht mehr möglich.
Limits und werkzeuge
Alle in der Schweiz konzessionierten Betreiber bieten Einzahlungs-, Verlust-, Einsatz- und Sitzungslimits an. Wir empfehlen, diese Limits gleich nach der Kontoeröffnung zu setzen, bevor die erste Einzahlung getätigt wird — später sind Sie schwerer nach unten anzupassen (Erhöhungen greifen sofort, Senkungen erst nach einer Wartefrist). Nutzen Sie zusätzlich die Realitätscheck-Funktion, die Sie in regelmässigen Abständen an die verstrichene Zeit erinnert. Eine gute Faustregel: Setzen Sie ein Einzahlungslimit, das Ihrem monatlichen Unterhaltungsbudget entspricht — nicht Ihrem verfügbaren Einkommen.
Mythen über glücksspiel
‚Ich habe ein System, das den Zufall schlägt.‘ Nein — bei Casinospielen sind alle Ergebnisse unabhängig voneinander, und kein System der Welt kann den Hausvorteil aufheben. ‚Nach vielen Verlusten muss ein Gewinn kommen.‘ Ebenfalls nein — der ‚Gambler's Fallacy‘ ist einer der teuersten Denkfehler des menschlichen Gehirns. ‚Wenn ich länger spiele, hole ich meinen Verlust zurück.‘ Statistisch gesehen ist das Gegenteil der Fall: Je länger die Sitzung, desto sicherer nähert sich das Ergebnis dem Hausvorteil. ‚Ich kann jederzeit aufhören.‘ Das stimmt für die meisten Menschen; für einen Teil aber nicht mehr — der Übergang von Unterhaltung zu Problem ist fliessend.
Selbsttest
Beantworten Sie die folgenden Fragen ehrlich: Haben Sie in den letzten zwölf Monaten mehr gespielt, als Sie ursprünglich wollten? Haben Sie Geld geliehen, um Ihr Spielen zu finanzieren? Haben Sie Verluste verheimlicht? Haben Sie versucht, Verluste durch weiteres Spielen zurückzuholen? Wenn Sie eine dieser Fragen mit Ja beantworten, empfehlen wir ein Gespräch mit einer der auf dieser Seite genannten Beratungsstellen. Ein ausführlicher Selbsttest steht unter check-your-gambling.net (englisch) oder unter spielen-ohne-sucht.ch (deutsch) zur Verfügung — beide sind anonym und dauern etwa zehn Minuten.
